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Alles in 3D?

Vielleicht wird der ein oder andere von Ihnen gestöhnt haben, als bekannt wurde, dass auch die Digitale Cinematographie als Schwerpunktthema des zweiten Tages Stereo 3D ankündigte. Gilt doch die „Digitale“ als Broadcast Branchentreff derer, die nicht einfach nur auf jeder Welle mitschwimmen, sondern immer auch kritische Blicke auf die technologischen Entwicklungen der Film- und Fernsehwelt werfen.
Dennoch, in diesem Fall, kommen und wollen wir gar nicht an Stereo 3D vorbei. Der Trend ist nämlich keiner. Stereo 3D ist eine zukunftweisende Entwicklung, die sich schon allein durch die hohe finanzielle Herausforderung, nachhaltig auf die gesamte Wertschöpfungskette auswirkt, von den Produzenten über den Verleih bis hin zu den Kinobetreibern.
2009 betrug das Bruttoeinspielergebnis in Europa über 6 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 12% gegenüber dem Vorjahr bedeutet.
Die Zahl der digitalen Leinwände hat sich im letzten Jahr in Europa verdreifacht, auf 4700. Zum Vergleich: in 2003 waren es gerade einmal 30.* Und die Entwicklung schreitet voran. So hat Imagion, das erste deutsche Authoring Studio mit dem IMAX Titel „Grand Canyon Adventure“, der in 8K Auflösung für 3D-Kinos entwickelt wurde, die erste europäische Blu-ray Disc mit stereoskopischen 3D-Bildern angekündigt.
Aber wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten, denn nicht jedes Kino kann sich eine Umrüstung leisten und auch kleineren Produktionen fehlt es oft an den finanziellen Mitteln um der Entwicklung zu folgen.
Da stellt sich die kritische Frage, ob 3D überhaupt immer erwünscht ist. Passt es zu jedem Genre? Wollen wir in Zukunft nur noch 3D sehen?
Die Antwort liegt auf der Hand. 3D verspricht neue Energie und Magie für das Kino. Soviel steht fest. Dennoch sollte 3D nicht als Einbahnstraße gesehen werden. Vielfalt sollte weiterhin die Maßgabe sein. Kreative Freiheit von Regisseuren und Kameraleuten, die nicht durch Technologien eingeengt wird, sondern unter der Ideen entstehen und filmerische Umsetzung finden – mit oder ohne 3D.

Martin Ludwig / Gerhard Baier / Martin Kreitl
 

 


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